Kolumbien: Kunst im Drogen-Kartell

Auf meiner Reise besuche ich die Stadt Medellín in Kolumbien. Die "Comuna 13" ist ein Stadt-Teil, eine Region in Medellín. Vor ein paar Jahren war diese Region sehr, sehr gefährlich: Es gab Konflikte zwischen Drogen-Gangs. Viele Menschen starben bei diesen Konflikten. Heute ist die Comuna 13 ein Magnet für Touristen. Was ist passiert?


Medellín und der Drogen-Baron Pablo Escobar

Medellín ist eine große Stadt im Nord-Westen von Kolumbien. Die Stadt hat 2,4 Millionen Einwohner. Sie hat viele Universitäten, Parks und Museen.

Aber das war nicht immer so: Der Drogen-Baron Pablo Escobar kontrollierte Medellín bis 1993. Er finanzierte Krankenhäuser, Schulen und Wohnungen in Medellín. Aber er war auch ein brutaler Mörder: Er tötete mehr als 400 Menschen. Die Menschen hatten Angst und Respekt vor ihm.


Nach dem Tod von Escobar - die Comuna 13 im Chaos

Pablo Escobar hatte auch Kontrolle über das Viertel "Comuna 13" in Medellín. Im Jahr 1993 starb Pablo Escobar. Polizisten erschossen ihn. Doch jetzt begann ein großes Chaos: In Comuna 13 gab es keine Kontrolle mehr. Guerillas und paramilitärische Gruppen marschierten in das Viertel und begannen einen Krieg.

Warum? Alle wollen die Macht über Comuna 13, weil das Viertel nahe an den Bergen ist. Das ist ein strategischer Punkt für den Handel mit Drogen. Es herrscht Krieg und Terror in den Straßen von Comuna 13. Viele, viele unschuldige Menschen sterben.


Die Operation Orion und Frieden für Comuna 13

Am 16. Oktober 2002 attackiert das kolumbianische Militär das Viertel mit Soldaten und Helikoptern. Die Attacke heißt Operation Orion. Sie wollen die Drogen-Gangs töten. Aber auch bei dieser Attacke sterben viele Zivilisten.

Und dann: Menschen arbeiten zusammen. Künstler, Musiker und Aktivisten geben der Stadt ein neues Gesicht. Sie malen Graffitis und singen Hip-Hop. Seit 2009 gibt es auch eine Rolltreppe. Die Menschen kommen so schnell und sicher zu ihren Häusern.


Eine neue Perspektive für die Bewohner: Der Tourismus

Erst seit 2015 boomt der Tourismus in Comuna 13. Menschen aus aller Welt wollen die Geschichte von Pablo Escobar und dem Viertel hören. Sie wollen die Graffitis sehen, Fotos machen und Eis und Kaffee kaufen. So bekommen die Menschen aus Comuna 13 Geld. Sie haben neue Perspektiven.

So wie Laura. Sie arbeitet als Tour Guide und zeigt den Touristen ihr Haus. Vor 10 Jahren hat sie hier mit eigenen Augen die Attacken von den Militärs gesehen. Seit zwei Jahren lernt sie Englisch und macht jetzt Führungen auf Englisch. Sie ist so stolz, denn sie kann heute zu den Touristen sagen: "Willkommen in Comuna 13, meinem Viertel!"

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